Hadeloga und der Schleier

Der Sage nach war Hadeloga, die Schwester des Frankenkönigs Pipin des Jüngeren, die oft auf der Karolingerburg auf dem Schwanberg weilte, die Gründerin des Klosters. Frommen Gemütes sehnte sie sich nach der Stille eines Klosters. Die Auswahl des Ortes für das Kloster sollte der Himmel selbst treffen. An einem stürmischen Tag überließ sie vom Burggärtlein aus ihren Schleier den Sturmwinden. Am westlichen Mainufer wurde er von einem Hirten Kitz, der daselbst seine Schafe hütete, an einem seltsamen Strauch mit goldenen und blauen Beeren hängend aufgefunden. Er brachte ihn auf die Karolingerburg, und die Prinzession betrachtete den Fundort als die von Gott gewollte Gründungsstätte eines Frauenklosters. Auf ihre Bitten hin erbaute König Pipin am Südhang des Eselsberges das Kloster. Es wurde von Winfried Bonifatius nach der kirchlichen Tradition am 23. September 745 geweiht und nach dem Finder des Schleiers, des Hirten Kitz, „Chitzinga monasterium“, d.h. Kloster Kitzingen genant. Erste Äbtissin des nach der Regel des hl. Benedikt eingerichteten Benediktinerinnenklosters war Prinzessin Hadeloga. Mit königlichen Privilegien ausgestattet stand das karolingische Reichskloster im Dienst der christlichen Erziehung der weiblichen Jugend des fränkischen Adels und galt in der ganzen Umgebung als vornehmste Pflegestätte christlicher Kultur. Dieses „Monasterium Chitzinga“ sollte die Urzelle der späteren Stadt Kitzingen werden.¹

¹ aus: Hertz Richard, Ahrens Uwe Bernd: Chronik der evangelischen Gemeinde Kitzingen. Geschichte der Stadtkirchengemeinde. Books on Demand. Kapitel 1.

Hadeloga-Statue am Gustav-Adolf-Platz
 

Mittelalter

745

Gründung des Klosters Kitzingen durch Hadeloga, der Sage nach eine Tochter des karolingischen Hausmeiers Karl Martell. Sie wurde erste Äbtissin des Klosters.

748

Zeitlich frühester Beweis für das Bestehen des Klosters Kitzingen in der Lebensbeschreibung des ersten Fuldaer Abtes Sturmius: "apud Kizinga monasterium".

 

1007

König Heinrich II. schenkt die Reichsabtei Kitzingen dem von ihm neu gegründeten Bistum Bamberg und entzieht ihr dadurch die Reichsunmittelbarkeit.

 

1040

Erstmals ist in einer Urkunde König Heinrichs III. von einer "villa Kitzingen" (Dorfsiedlung) in Nähe des Klosters die Rede, aus der die spätere, von einer Mauer umgebene, städtische Siedlung entsteht.

 

1280

Kitzingen wird urkundlich "oppidum" (Marktflecken) genannt.

 

1300

In einer hohenlohischen Urkunde wird zum ersten Mal die Alte Mainbrücke in der Stadt Kitzingen erwähnt.

 

1336-1381

Kitzingen geht aus der Hoheit der Grafen von Hohenlohe an das Hochstift Würzburg über.

 

1344

Die Brüder Rüdiger und Wolfram Teufel, gebürtige Kitzinger, und Konrad Groß, Schultheiß von Nürnberg, stiften ein Spital in Kitzingen zur Beherbergung und Pflege von alten und kranken Menschen.

 

1400-1487

Bau der katholischen Pfarrkirche St. Johannes im spätgotischen Stil . Die Kirche ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt.

 

1443

Kitzingen wird vom verschuldeten Hochstift Würzburg für 39.100 Gulden an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach verpfändet, vorbehaltlich des Rechts auf Wiedereinlösung.

 

1469-1496

Erbauung des Falterturms als Teil der äußeren Befestigungsmauer. Der Turm hat eine Höhe von 52 Metern und beherbergte bis 2011 das 1967 eröffnete Deutsche Fastnachtmuseum.

 

1484

Schwerer Brand im Kloster. Einige der Klostergebäude sowie die Kirche brennen fast vollständig nieder, wertvolle Archivalien werden für immer vernichtet.

 

1525

Zahlreiche Kitzinger nehmen am Bauernaufstand teil. 60 von ihnen werden nach dessen Niederschlagung von Markgraf Casimir mit Blendung und Stadtausweisung bestraft. Die Stadt selbst muss 13.000 Gulden Strafe zahlen sowie die zerstörten Klostergebäude und die Klosterkirche wieder instand setzen.

 

1530

Markgraf Georg der Fromme von Brandenburg unterzeichnet vor Kaiser Karl V. auf dem Reichstag die so genannte "Augsburger Konfession" und vollzieht somit den Anschluss Kitzingens an die Reformation.

 

1544

Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg hebt das Benediktinerinnenkloster Kitzingen auf. Unter Leitung eines markgräflichen Beamten wird ein adeliges Damenstift in den Gebäuden eingerichtet.

 

1561-1563

Erbauung des Rathauses im Renaissance-Stil durch Baumeister Hans Eckart von Schaffhausen.

 

1623 - 1883

1629

Fürstbischof Adolf von Ehrenberg bringt Kitzingen wieder in den Besitz des Hochstifts Würzburg zurück. Die folgende Rekatholisierung zwingt mehr als 1000 evangelische Bürger, darunter 20 Ratsherren, zur Auswanderung.

1631-1634

Kitzingen gerät nach der Besetzung Frankens durch König Gustav Adolf von Schweden wieder kurzzeitig unter protestantische Herrschaft.

1650

In einem Gnadenerlass gewährt Fürstbischof Johann Philipp I. von Schönborn den nach Ende des Dreißigjährigen Krieges zurückgekehrten evangelischen Bürgern Glaubensfreiheit. Eine evangelische Gemeinde entsteht.

1652

Einweihung der Kapuzinerkirche. Das Kapuzinerkloster wird 1828 aufgelöst, von 1831 bis 1902 dient es als Krankenhaus.

1686-1693

Bau des Ursulinenklosters auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerinnenklosters. Den südlichen Abschluss bildet die nach Plänen von Antonio Petrini erbaute und 1699 eingeweihte Klosterkirche. Im Jahre 1803 wird das Ursulinenkloster aufgehoben, die evangelische Gemeinde erwirbt 1817 den Kirchenbau.

1741-1745

Erbauung der Kreuzkapelle in Etwashausen durch Balthasar Neumann.

1748-1754

Bau der evangelischen St. Michaelskirche in Etwashausen nach Plänen Balthasar Neumanns.

1792-1815

Während der französischen Revolutionskriege und der Napoleonischen Kriege wird Kitzingen durch zahlreiche Einquartierungen und Truppendurchzüge schwer in Mitleidenschaft gezogen.

1802

Kitzingen kommt an das Kurfürstentum Bayern. Die Stadt zählt zu dieser Zeit 3696 Einwohner.

1806-1814

Kitzingen gehört vorübergehend dem Großherzogtum Würzburg unter Ferdinand von Toscana an und wird 1814 endgültig bayerisch.

1865

Anschluss an das Eisenbahnnetz (Nürnberg-Würzburg). Im Rahmen des Stadterweiterungsplanes wird der Durchbruch der Stadtmauer zur Anlegung eines neuen Stadtteiles (Mühlberg) im Südosten beschlossen.

1871

Eröffnung der Gewerbeschule, die 1924 nach Umwandlung in eine Realschule (1877) mit dem seit 1894 bestehenden Progymnasium (heute Armin-Knab-Gymnasium) vereinigt wird.

1882-1883

Bau der Synagoge mit Ritualbad in der Landwehrstraße, religiöses und kulturelles Zentrum für die mittlerweile 65 jüdischen Familien in Kitzingen.

Luftangriff auf Kitzingen 1945

Kitzingen wurde in 5 Angriffswellen innerhalb von 1 Stunde und 15 Minuten angegriffen.

Bei der ersten Bombardierung ab 11.34 Uhr wurden insgesamt 444 Sprengbomben aus 4,5 Kilometer Höhe abgeworfen. Der zweite Angriff erfolgte kurz darauf. Es wurden insgesamt 432 Sprengbomben, hauptsächlich über der Bahnhofs- und Güterhallstraße, entladen. Nur sechs Minuten darauf rollte der dritte Angriff über Kitzingen und entlud 192 Sprengbomben. Nach einer Pause von ungefähr 50 Minuten wurden nochmals 446 Sprengbomben innerhalb von zwei Minuten über Kitzingen abgeworfen. Ziel der bisherigen Angriffe war vor allem das nördliche Stadtviertel bis zum Bahnhof. Der fünfte Angriff erstreckte sich über das gesamte Stadtgebiet und die Flugzeuge entluden insgesamt 586 Sprengbomben. Ungefähr um 12.45 Uhr war der fünfte Angriff vorbei.

Ausmaß der Zerstörung

Es wurden  über 2.100 Sprengbomben von 500 Pfund (ca. 227 Kilogramm) über Kitzingen abgeworfen. Die Angriffe dauerten insgesamt nur 8 Minuten. Dabei wurden etwa 800 Wohnhäuser (ca. 35%) zerstört. Besonders die Häuser um den Bahnhof, im Gebiet Krainberg und an der Würzburger Straße wurden schwer getroffen. Die Fassfabrik von Andreas Klein Werk II, die Pfirschinger Mineralwerke in der Mainstraße (heute Glauberstraße) und das Brauhaus Kitzingen in der Bahnhofsstraße wurden zu über 70 % zerstört. Sie zählten zu den drei größeren Kitzinger Industrieanlagen. Sieben öffentliche Einrichtungen wurden vollständig zerstört. Das Deusterschloss, die Kapelle des Pfründespitals und das Kirchenschiff der Evangelischen Stadtpfarrkirche wurden ebenfalls schwer getroffen.

Am 5. April 1945 besetzen amerikanische Truppen Kitzingen. Die Übergabe verlief ohne Schwierigkeiten, es wehten überall weiße Fahnen als Zeichen der friedvollen Kapitulation.

Leitet Herunterladen der Datei einAusführlicher Bericht über den Luftangriff auf Kitzingen (0,3 MB)

Bilddokumentation aus dem Schicksalsjahr 1945

Die Bilddokumentation über Kitzingen im Schicksalsjahr zeigt das Ausmaß der Zerstörung nach dem Luftangriff 1945 in bestimmten Stadtgebieten. Sie stammt aus der Sammlung der Familien Wolfarth/Walter und wurde durch einzelne Bilder von Richard Will ergänzt.

Leitet Herunterladen der Datei einBilddokumentation (5,7 MB, 50 Bilder)

Zerstörte Häuser und Straßen in der Falterstraße 1945
 Quelle: Wolfarth/Walter/Will

Ausstellung zum 75. Gedenktag - Inferno über Kitzingen

Seit vielen Jahren gedenkt die Stadt Kitzingen des wohl schrecklichsten Ereignisses in ihrer Geschichte – dem 23. Februar 1945. Die jahrhundertealte Stadt ging im Bombenhagel unter und mehr als 700 Menschen fanden den Tod. 2020 jährt sich die Bombardierung Kitzingens zum 75. Mal.

Dieses Ereignis nimmt die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv zum Anlass, die Geschichte Kitzingens im Zweiten Weltkrieg in einer Ausstellung zu präsentieren. Der Fokus liegt auf den Ereignissen des verhängnisvollen Tages im Februar 1945, jedoch werden auch die weiteren Bombenangriffe und die Aufräumungsarbeiten dargestellt. Darüber hinaus schlägt die Ausstellung den Bogen bis zur Besetzung der Stadt durch die Amerikaner am 5. April 1945 und dem Kriegsende, welches sich 2020 ebenfalls zum 75. Mal jährt. Die Ausstellungstafeln können Sie sich hier als PDF-Datei herunterladen:

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 1 Ausstellung: Luftangriff 1945 auf Kitzingen (3,1 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 2 Krieg aus der Luft (3,0 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 3 Kitzingen als Ziel (3,2 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 4 23. Februar 1945 (3,4 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 5 Der erste Angriff (3,5 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 6 Der zweite Angriff (3,4 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 7 Der dritte Angriff (3,6 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 8 Der vierte Angriff (3,1 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 9 Der fünfte Angriff (3,4 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 10 Tote und Verletzte (3,3 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 11 Schäden (3,6 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 12 Weitere Angriffe (3,3 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 13 Der Einmarsch der Amerikaner und Kriegsende in Kitzingen (3,5 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 14 Leben mit der Geschichte (3,2 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 15 Ein neues Leben in Trümmern (4,0 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 16 Kindheit in Schutt und Asche (3,9 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 17 Kitzingen in Trümmern (3,9 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 18 Amerikanische Besatzungszeit in Kitzingen (3,7 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 19 Der Wiederaufbau beginnt (3,8 MB)

Leitet Herunterladen der Datei einTafel 20 Trefferplan der Stadt Kitzingen vom 05. April 1945 (3,9 MB)

20. Jahrhundert

1902

Eröffnung des neuen städtischen Krankenhauses am 9. Oktober, heute Ärztehaus mit Brückenapotheke.

1903

Gründung der Höheren Töchterschule, das spätere Städtische Gymnasium für Mädchen

1914

Eröffnung des Prinzregent-Luitpold-Bades, auch Volksbad genannt.

1917

Der Flugplatz wird in Betrieb genommen.

1936

Bau der Florian-Geyer-Halle. Kitzingen wird Garnisonstadt.

1938

Die neue Mainbrücke (seit 1968 Konrad-Adenauer-Brücke) und die Umgehungsstraße (B 8) werden für den Verkehr freigegeben. Kitzingen hat mittlerweile 14.460 Einwohner. Am 10. November 1938 wird die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde in der Landwehrstraße in Brand gesteckt. Ende 1938 zählt Kitzingen nur noch 190 jüdische Einwohner, während ihre Zahl 1933 noch 360 betrug.

1942

Am 21. März werden 76 Juden aus Kitzingen nach Würzburg verschleppt, von wo aus sie in das Konzentrationslager nach Izbica bei Lublin deportiert werden; weitere 19 Juden werden am 21. September in das Ghetto Theresienstadt verschickt. Nach dem Krieg kehrt kein früheres Gemeindemitglied mehr nach Kitzingen zurück.

1945

Am 23. Februar wird die Stadt durch einen amerikanischen Luftangriff, der 600 Todesopfer fordert, schwer getroffen, 800 Wohnhäuser werden zerbombt; insgesamt sind 35% der Gebäude schwer beschädigt. Im Zweiten Weltkrieg sterben 400 Soldaten aus Kitzingen.

1957-1958

Anlegung eines Hafengeländes bei der Staustufe.

1962

Das Staatliche Armin-Knab-Gymnasium und das Städtische Gymnasium für Mädchen nehmen den Unterricht im neuen Schulzentrum im Mühlberg auf.

1964

Anbindung Kitzingens an die Autobahn mit zwei Anschlußstellen.

1972

Kitzingen wird Große Kreisstadt. Vollendung des Realschulneubaus im Mühlberg.

1973-1978

Hoheim wird am 1. Oktober 1973, Sickershausen am 1. Januar 1975, Repperndorf am 1. Januar 1978 und Hohenfeld am 1. Mai 1978 eingemeindet.

1977

Das Sole-Hallenbad wird eröffnet.

1982

Umwandlung des Luitpoldbades (Volksbad) zum Luitpoldbau, der die 1947 gegründete Volkshochschule und Stadtbücherei beherbergt.

1983

Der Ausbau der Fußgängerzone am Marktplatz und an der oberen Marktstraße wird in Angriff genommen.

Einweihung des neuen Kreiskrankenhauses am Muldenweg. Die Krankenhäuser in Iphofen und Marktbreit stellen daraufhin noch in diesem Jahr ihren Betrieb ein. Das neue Kreiskrankenhaus bildet mit seinen 260 Betten den Schwerpunkt der Krankenversorgung im Landkreis Kitzingen.

1984

Die Stadt Kitzingen schließt mit der italienischen Stadt Montevarchi und der südfranzösischen Stadt Prades Städtepartnerschaften. Eröffnung des Kreiskrankenhauses im Muldenweggebiet.

1984/85

In der Silvesternacht gerät das Dachgeschoss des historischen Rathauses (erbaut 1561-1563) durch einen Feuerwerkskörper in Brand. Durch den Einsatz der Feuerwehren gelingt es, das Feuer zu löschen und den Schaden in Grenzen zu halten.

1986

Baubeginn für die Umgehungsstraßen (Tangenten) wegen des zunehmenden Verkehrs durch die Innenstadt.

1988

Verkehrsfreigabe der Westtangente

1989

Verkehrsfreigabe der Südtangente und Südbrücke

1993

Eröffnung der „Alten Synagoge

Übergabe der Ostumgehung Etwashausen

1994

Inbetriebnahme des Frachtpostzentrums der Deutschen Post AG. Erster Spatenstich Nordtangente – letztes Teilstück der Umgehung Etwashausen über den Main und den Eselsberg zur Bundesstraße 8

1995

1250-Jahrfeier der Stadt Kitzingen

Freigabe des 1. Teils der Nordtangente (Verbindung von der Umgehung Etwashausen bis zur Heinrich-Fehrer-Straße)

1996

500. Geburtstag des Falterturms

1997

Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses mit Parkgarage in der Landwehrstraße

erster Spatenstich der 3. Ausbaustufe der Kläranlage Kitzingen

1999

Ende Juli fällt mit dem ersten Spatenstich für die Nordbrücke der Startschuss für den Bauabschnitt II der Nordtangente

Bewerbung für die Gartenschau "Natur in Kitzingen 2011"

erster Spatenstich Panzerstraße – Anbindung an St 2271

21. Jahrhundert

2000

Fertigstellung der Nordbrücke mit dem Einschwimmen des ca. 600 Tonnen schweren Mittelteiles der Brücke

2006

Abzug der amerikanischen Truppen aus Kitzingen

2007

Feierliche Eröffnung des Städtischen Museums und des Stadtarchivs im renovierten Kastenhof

2009

Eröffnung der neuen Schwimmhalle mit Außenbecken und Saunalandschaft „aqua-sole Kitzingen“

Die Stadt Kitzingen schließt eine weitere Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Trzebnica

2011

Die kleine Landesgartenschau findet in Kitzingen am Main statt (315.000 Besucher)

2013

Kitzingen gewinnt die Goldmedaille beim Wettbewerb "Entente florale"

2017 Ernennung zur Fairtrade Stadt


Ehrenbürger

Karl Anton Axt (1. Juni 1837)

*12. November 1783 in Marktheidenfeld, † 13.Juli 1852 in Kitzingen

Axt war seit 1818 rechtskundiger Rat der Stadt. Von 1845 bis 1850 hatte er das Amt des Kitzinger Bürgermeisters inne.  Ebenfalls war er Spitalverwalter in Kitzingen.

Die Ehrenbürgerwürde wurde für besondere Verdienste im Bereich Versorgung und Pflege der Armen, Alten und Kranken verliehen.

Karl Friedrich Ulrich (1. Juni 1837)

*20. Juli 1791

Seit 1818 war Ulrich Stadtschreiber der Stadt Kitzingen. Ab 1839 bis 1845 war er Bürgermeister.

Verleihung der Ehrenbürgerwürde für sein Engagement im wirtschaftlichen Bereich. Während seiner Amtszeit wurde die erste Stadtsparkasse eröffnet und der Mainhandel der Rangschiffer ausgeweitet.

Albert Welz (1. Juni 1837)

*4. April 1768 in Mellrichstadt, † 13. August 1838 in Kitzingen

Albert Welz war Kitzinger Bürgermeister von 1818 bis 1827. Danach wurde er Stadtkämmerer. 

Dr. Friedrich Anton Reuß (19. Februar 1840)

*18. September 1810 in Kitzingen, † 4. März 1868 in Nürnberg

Reuß studierte Medizin, Philosophie, Archäologie und der altdeutschen Sprachen. Er habilitierte 1850 in Würzburg und wurde zu Professor für altdeutsche Sprache ernannt.

Die Ehrenbürgerwürde wurde ihm für die freiwillige Sichtung der ungeordneten städtischen Archivalien und der damit einhergehenden Rettung zahlreicher historischer Schriften, Urkunden und Briefe verliehen. 

Joseph Feller (25. August 1841)

Feller war Landrichter in Kitzingen. Seine Ehrenbürgerwürde verdiente er sich durch „ein langes Leben in Harmonie mit den königlichen Beamten“. In Administrativ- und Justizsachen taten sie alles, was zum „Nutzen und Frommen der Stadt war“ (siehe Akt Nr. VII/A/3/1 (alt.) Karton 224).

Dr. Joachim Albert Lotz (25. August 1841)

Lotz war Rentamtmann. Er erhielt mit Joseph Feller die Ehrenbürgerwürde durch „ein langes Leben in Harmonie mit den königlichen Beamten“.  Er machte sich durch die Pflege der guten Einvernahme zwischen Staat und Stadt verdient.

Dr. Anton Ruland (5. November 1862)

*25. November 1809 in Würzburg, † 8. Januar 1847 in München an Cholera

Ruland war Doktor der Theologie und arbeitete unter anderem als Kaplan in Kitzingen.

Seine Ehrenbürgerwürde wurde von König Maximilian 1862 für seine Verdienste als Landtagsabgeordneter, um die Eisenbahnlinie, bewilligt.

Dr. Michael Henke (18. Juni 1883)

*27. März 1802 in Kitzingen, † 9. Dezember 1885

Henker studierte Medizin in Würzburg und wurde, nach seinem Physikat 1854, Bezirksarzt. Anlässlich seines 50. Dienstjubiläums wird Henke mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Darüber hinaus wird ihm von König Ludwig II. von Bayern die „Goldene Ehrenmünze des Ludwigordens“ verliehen.

Fürst Otto von Bismarck (28. Februar 1895)

*1. April 1815 in Schönhausen, † 30. Juli 1898 in Friedrichsruh

Bismarck war seit 1862 preußischer Ministerpräsident und Außenminister. Ab 1867 war er Bundeskanzler. Unter seiner Initiative erweiterte sich der Norddeutsche Bund durch den Anschluss der süddeutschen Staaten zum Deutschen Reich. Bismarck wird unter dem deutschen Kaiser Wilhelm I. zum Reichskanzler ernannt.

Die Ehrenbürgerwürde der Stadt Kitzingen wurde ihm zum 80. Geburtstag verliehen. In Kitzingen ist ebenfalls eine Straße nach ihm benannt.

Ferdinand Sertorius (17. Januar 1906)

*30. Dezember 1839 in Neuendettelsau, † 1. Dezember 1907 in Kitzingen

Sertorius wurde nach seinem Jurastudium Bürgermeister in Roth am Sand. Nachdem er Rechtsrat in Kaufbeuren und Bürgermeister in Kronach war, wurde er 1882 zum Bürgermeister der Stadt Kitzingen gewählt. Das Amt hatte er bis zu seinem Tod 1907 inne.

Wegen seiner Verdienste um die Entwicklung und das Wohl der Stadt, bekam er das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Friedrich von Deuster (17. Januar 1906)

*2. März 1836 in Kitzingen, † 1. Oktober in Ditterswald

Von Deuster war Landrat und bis 1908 Vorstand des Gemeindekollegiums.

Die Ehrenbürgerwürde erhielt er für sein Engagement im Gemeinwesen. Er trat für die Förderung von Industrie und Gewerbe ein und war maßgeblich an der Wandlung Kitzingens zu einer Garnisonstadt beteiligt.

Dr. Wilhelm Schuster (10. Februar 1924)

*1. Februar 1854 in Neuburg, † 22. Mai 1929 in Kitzingen

Schuster war als Arzt in Kitzingen tätig. 1881 wurde er zum Leiter des städtischen Krankenhauses ernannt. Bis zu seiner Amtsniederlegung im Herbst 1927 hatte sich Schuster keinen einzigen Tag Urlaub genommen. Für seine Tätigkeit als Arzt des Bezirkskommandos erhielt er den Titel Königlicher Hofrat.

Das Ehrenbürgerrecht wurde ihm als Anerkennung für die Aufopferung und uneigennützige Pflichttreue geleisteter Dienste verliehen.

Paul von Hindenburg (2. Oktober 1927)

*2. Oktober 1847, 2. August 1934

Hindenburg war Führer der 8. Armee im ersten Weltkrieg und Sieger der berühmten Schlacht bei Tannenberg. Ab 1914 war er Generalfeldmarschall und wurde 1925 zum Reichspräsidenten gewählt. Hindenburg konnte sich 1932 in einer Stichwahl gegen Hitler erneut durchsetzen.

 Zu seinem 80. Geburtstag wurde Hindenburg die Ehrenbürgerwürde der Stadt Kitzingen verliehen. Im Zuge dessen wurde auch die Umbenennung der „Glacisstraßen“ in „Hindenburgring“ beschlossen.

Dr. Otto Helmuth (2. Mai 1934, aberkannt im Mai 1945)

*22. Juli 1896 in Markt Einersheim, † 1967 in Reutlingen

Helmuth war zunächst Zahnarzt in Markt Einersheim, bevor er 1926 Gauleiter von Mainfranken wurde. Helmuth galt als Galionsfigur der NSDAP in Franken. Das Ehrenbürgerrecht bekam er für die „Erweckung des mainfränkischen Landes“.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde ihm die Ehrenbürgerwürde im Mai 1945 aberkannt.

Adolf Hitler (26. April 1933, aberkannt im Mai 1945)

*20 April 1889 in Braunau, † Mai 1945

Hitler wurde 1933 von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Nach Hindenburgs Tod, hatte er auch das Amt des Reichspräsidenten inne. Er löste den zweiten Weltkrieg mit dem Überfall über Polen aus.

Wie in vielen deutschen Städten, wurde Hitler auch in Kitzingen zum Ehrenbürger ernannt. 1945 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde aufgrund Art. 21 Abs. 2 der „Deutschen Gemeindeordnung“ wieder aberkannt.

Siegfried Wilke (24. April 1961)

*24. April 1891 in Hellmitzheim, † 5. Dezember 1969 in Kitzingen

Der studierte Jurist wird 1930 nach dem Tod Schusters zum neuen Bürgermeister der Stadt gewählt. Unter seiner Initiative wurde der Bau der neuen Mainbrücke angestoßen und die Voraussetzungen für die Siedlung geschaffen. Durch seine kampflose Aufgabe der Stadt 1945, verhinderte er weitere Zerstörungen. Zahlreiche weitere Projekte wie der Ausbau des Mains zur Großschifffahrtsstraße, die Schaffung des neuen Friedhofs, der Umbau der Alten Mainbrücke gehen auf Wilke zurück.

Er erhielt 1956 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und erhielt 1961 anlässlich seines 70. Geburtstags die Ehrenbürgerwürde der Stadt Kitzingen.

Rudolf Schardt (31. Oktober 1991)

*5. September 1927 in Kitzingen, † 15. Oktober 2019 in Kitzingen

Schardt studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Würzburg. Seit 1958 bekleidete Schardt das Amt des Rechtsrates der Stadt Kitzingen. Von 1967 bis 1991 war er Kitzinger Oberbürgermeister. Während seiner Amtszeit wurden vier Ortsteile eingegliedert, es entstand ein neues Verkehrskonzept und die Abwasserbeseitigung und –reinigung war ein Schwerpunkt seiner Arbeit.

Zu seiner Verabschiedung als Oberbürgermeister wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Kitzingen ernannt. Zusätzlich erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Als Schöpfer der deutsch-italienischen Partnerschaft erhielt er in der Kitzinger Partnerstadt Montevarchi ebenfalls das Ehrenbürgerrecht.

Massimo Gregorini (18. Juni 1994)

Gregorini war bis 1993 Bürgermeister der italienischen Partnerstadt. Er wurde der dritte Ehrenbürger der Stadt Kitzingen nach 1945.

Gregorini wurde wegen seiner besonderen Verdienste um die Städtepartnerschaft mit der Stadt Kitzingen als erstem Ausländer die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Hans-Joachim Schumacher (4. Oktober 2002)

*4. Februar 1926, † 31. Oktober 2017

Schumacher war als Lehrer und später Rektor in der Siedlung tätig. Von der Regierung Unterfranken wurde er zu verschiedenen Tätigkeiten bestellt. Schumacher war bis 1985 Präsident der von ihm mitgegründeten Kitzinger Karnevalsgesellschaft. Als Vorstand im Bund Deutscher Karneval und als Leiter des Deutschen Fastnachtmuseums war er ebenfalls aktiv.

Wegen seines „unermüdlichen und ehrenamtlichen Engagements im kulturellen und fastnachtlichen Bereich“ erhielt er das Ehrenbürgerrecht der Stadt Kitzingen.

Kitzinger Persönlichkeiten

Engelbert Bach (1929 - 1999)

Der bekannte Heimat- und Mundartdichter Engelbert Bach ist am 7. April 1929 in Kitzingen geboren worden. Sein Vater war der Handwerker und langjährige Stadtrat Franz Bach (1899-1977). Er erlernte das Handwerk eines Polsterers... (mehr)

Anselm Caliz (1882-1964)

Der am 9. Oktober 1882 in Segnacco (Provinz Udine) geborene Anselm Caliz kam bereits als 9-Jähriger nach Deutschland und fand in einer Ziegelei in der Nähe von Penzberg im Werdenfelser Land Arbeit. Nach der Hochzeit mit Anna Klarwein... (mehr)

Bartholomäus Dietwar (1592 - 1670)

Bartholomäus Dietwar wurde am 7. September 1592 als Sohn des Kitzinger Glasmalers Elias Dietwar und dessen Frau Margareta, Tochter des Kitzinger Organisten Paul Brückner, in der Kirchgasse gegenüber dem katholischen Pfarrhaus geboren. Sein Vater Elias stammte aus Markelsheim… (mehr)

Max Fromm (1873 - 1956)

Max Fromm stammt aus Großlangheim. Dort ist er am 1. Juni 1873 als Sohn des jüdischen Weinhändlers Nathan Fromm und dessen Frau Marie Klein aus Memmelsdorf geboren worden. Anfang des Jahres 1896 verlegte er seinen Wohnsitz nach Kitzingen... (mehr

Johann Rudolph Glauber (1604 - 1670)

Johann Rudolph Glauber wurde am 10. März 1604 in Karlstadt am Main als Sohn eines Barbiers geboren. Er stammte aus einer kinderreichen Familie und verwaiste früh. In seiner Geburtsstadt besuchte er wahrscheinlich die Lateinschule... (mehr)

Michael Korbacher (1861 - 1943)

Michael Korbacher, geboren am 5. April 1861 in Waigolshausen (Lk. Schweinfurt), war der Sohn des dort ansässigen Maurers und Baumeisters Michael Korbacher und dessen Frau Barbara. Seit 1882 war er in Kitzingen ansässig... (mehr

Olga Pöhlmann (1880 - 1969)

Olga Pöhlmann erblickte am 21. April 1880 als Tochter von Christoph Heinrich Krauß (1833-1903) und Klotilde Hermine Krauß, geborene Kuntze, in Kitzingen das Licht der Welt und verlebte hier ihre Jugendjahre. Sie entstammte einem alten Kitzinger Rangschiffergeschlecht... (mehr)

Johann Daniel Sander (1680 - 1731)

Johann Daniel Sander wurde am 9. Juli 1680 in Maienfels, Herzogtum Württemberg, als Sohn des Pfarrers Heinrich Sander geboren. Er starb am 22. Juni 1731 in Kitzingen. Johann Daniel war der Neffe des ersten Kitzinger Weinhändlers Johann Christoph Sander... (mehr

Andreas Schmiedel (1829 - 1882)

Der am 16.12.1829 in Thierstein/Oberfranken geborene Andreas Schmiedel besuchte das Gymnasium in Bayreuth und studierte in Erlangen Jura, wo er 1855 das erste bzw. 1857 das zweite Staatsexamen ablegte. Am 15. Juli 1858 wurde er zum ersten Mal in Kitzingen tätig... (mehr)

Michael Schneeberger (1949 - 2014)

Im Oktober 2014 verstarb der jüdische Heimat- und Familienforscher Michael Schneeberger. Ihm hat die regionale Geschichts- und Erinnerungsarbeit sehr viel zu verdanken. Und er hat der Jüdischen Gemeinde seine Sammlung hinterlassen... (mehr)

Friedrich von Deuster (1836 - 1911)

Christian Friedrich Deuster erblickte am 2. März 1836 in Kitzingen als viertes Kind des Weinhändlers Carl Otto Deuster II. und dessen Ehefrau Justine, geborene Hornschuh, das Licht der Welt. Die Familie Deuster stammte ursprünglich aus Kirn... (mehr) 

Frida von Soden (1860 - 1933)

Frida von Soden, nach der das Seniorenheim in der Kanzler-Stürtzel-Straße benannt ist, wurde 1860 auf Gut Neuhaus bei Hannover geboren und besuchte nach dem Tod ihrer Eltern die höhere Schule in Neuendettelsau. Sie entschloss sich für den Lebensberuf der Diakonisse... (mehr)

Richard Wildhagen (1890 - 1981)

Richard Wildhagen (geb. 10.1.1890 in Kitzingen, gestorben am 20. August 1981, verheiratet mit Hertha Wilhelmine Hedwig, Freiin Ebner von Eschenbach), Sohn des Bonbonfabrikanten Hermann Wildhagen, besuchte die königliche Realschule in Kitzingen... (mehr