Umwelt, 1. Preis Einzelfotos

Esther Horvath
Ungarn, für The New York Times


Eine Eisbärin und ihr Junges in unmittelbarer Nähe zu von Wissenschaftlern der Polarstern aufgestellter Ausrüstung. Die Polarstern ist ein Forschungsschiff, das im Rahmen einer wissenschaftlichen Expedition eingesetzt wird, die die Folgen des Klimawandels in der Arktis im mittleren Arktischen Ozean untersucht.

In der Arktis beobachten wir aktuell den mit am stärksten Rückgang des Meereises weltweit. Auch die globale Erwärmungsrate liegt hier im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt doppelt so hoch. Dies wird in Bezug auf den Anstieg der Temperaturen und des Meeresspiegels starke Auswirkungen auf das weltweite Klima haben, jedoch sind die Prozesse des arktischen Klimasystems kaum in bisherige Klimamodelle integriert, weil wissenschaftliche Missionen bisher nicht in der Lage waren, während der sechs Monate dauernden Nacht des arktischen Winters in diese Region vorzudringen. Die Polarstern wurde so gebaut, dass sie extrem niedrigen Temperaturen standhalten und dickeres Eis durchbrechen kann, wodurch 100 Forscher und Crewmitglieder ihrer Arbeit ganzjährig nachgehen können. Daten zur Atmosphäre, zum Ozean, zum Meereis, zum Ökosystem und zur Biogeochemie werden in globale Klimamodelle eingespeist.

Allgemeine Nachrichten, 1. Preis Einzelfotos

Welt Presse Foto des Jahres

Yasuyoshi Chiba
Japan, Agence France-Presse


Ein junger Mann rezitiert, von Mobiltelefonen erleuchtet, Protestpoesie, während Demonstranten Parolen rufen, mit denen sie während eines Stromausfalls in Khartoum eine Zivilregierung fordern, 19. Juni.

Die Proteste in Sudan begannen im Dezember 2018 und breiteten sich schnell über das ganze Land aus. Die Demonstranten forderten ein Ende der 30-jährigen Herrschaft des Diktators Omar al-Bashir. Am 11. April wurde al-Bashir gestürzt, woraufhin eine militärische Übergangsregierung eingerichtet wurde. Die Proteste hielten an. Die Demonstranten forderten, die Macht den Bürgern zu übertragen. Am 3. Juni eröffneten Regierungskräfte das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten. Viele Menschen wurden getötet und viele weitere erlebten noch mehr Gewalt. Die Autoritäten versuchten, die Proteste mithilfe von Stromausfällen und dem Abschalten des Internets zu entschärfen. Die Demonstranten kommunizierten mithilfe von Textnachrichten, Mund-zu-Mund-Kommunikation und Megafonen und hielten ihren Widerstand gegen die Militärherrschaft aufrecht. Trotz eines weiteren harten Durchgreifens am 30. Juni war die Demokratiebewegung am Ende erfolgreich und unterzeichnete mit dem Militär am 17. August eine Übereinkunft über die Aufteilung der Macht.

Porträts, 3. Preis Fotoserien

Tadas Kazakevičius
Litauen


Die Kurische Nehrung ist eine 98 Kilometer lange Sanddüne mit einem gebogenen Verlauf, die das Kurische Haff von der Ostsee trennt. Sogar von ihrem Mittelpunkt aus ist weder die eine noch die andere Küste weit entfernt. Der Fotograf möchte vermitteln, dass der uns umgebende Raum mit allen Sinnen gehört, errochen, absorbiert und gefühlt werden muss, weil der reine Blick mit den Augen uns keinen ausreichenden Eindruck vermittelt. Die porträtierten Personen haben die jeweiligen Orte selbst ausgewählt und ihre Augen geschlossen, um ihre Verbindung zu den von ihnen ausgewählten Landschaften zu betonen.
 

Karolis ist der Erste einer neuen Generation von Fischern.
 

Der lokale Bildhauer Albertas „fühlt“ seinen Ort im Griekyne-Wald.
 

Schneebedeckte Sanddünen.
 

Ein Wegweiser auf dem Weg zur Vecekrugo-Düne.
 

Arunas ist dafür bekannt, dass er einen Ford Thunderbird fährt.
 

Vitalija steht neben einem Boot, das ihr verstorbener Künstlergatte restaurieren wollte.
 

Saulius, ein in Wilna, Litauen, geborener Grafiker.
 

Ein Baum neben dem Kurischen Haff.
 

Die Zahl der Kormorane nimmt seit den Achtzigerjahren wieder zu.