Allgemeine Nachrichten, 2. Preis Fotoserien

Fabio Bucciarelli
Italien, für L’Espresso


In Chile gingen die Menschen das ganze Jahr über gegen die wirtschaftliche Ungleichheit auf die Straße. Die Demonstranten forderten eine umfassende Wirtschaftsreform, eine neue Verfassung sowie Reformen des privatisierten Renten-, Gesundheits- und Bildungssystems. Die Demonstrationen wurden mit der Zeit größer und gewalttätiger. Laut Human Rights Watch gingen die Sicherheitskräfte mit übertriebener Härte gegen Demonstranten vor, u. a. durch den Einsatz von Gummigeschossen, die zahlreiche Augenverletzungen verursachten. Den Einsatzkräften wurde auch Misshandlung, einschließlich Vergewaltigung, von Menschen in Gefangenschaft vorgeworfen.


Frauen, die ein Protestlied singen, tragen als Symbol für die sexuelle Natur der Angriffe der Polizei rote Schals, Lippenstift und eine Augenbinde. Letzteres in Solidarität mit den Menschen, die durch den Einsatz der Polizei erblindet sind.


Die Polizei schießt auf dem Plaza Baquedano in Santiago Tränengas in Richtung der Demonstranten, 6. Dezember.


Demonstranten widerstehen Wasserwerfern während Auseinandersetzungen in Santiago, 28. November.


Ein Demonstrant wird in Santiago nach dem Einatmen von Tränengas zu einer Erste-Hilfe-Station getragen, 26. November.