STADTGESCHICHTE

Mainfränkische Stadt mit alter Tradition

Kitzingen tritt 745 in Zusammenhang mit der Gründung eines Benediktinerinnenklosters in das Licht der Geschichte. Der Sage nach hat Hadeloga, eine Tochter von König Pippin dem Jüngeren, das Kloster an der Stelle gegründet, an der ein Schäfer namens Kitz ihren vom Wind verwehten Schleier gefunden hat (linkes Bild).

 

Urkundlich wird Kitzingen erstmals 1300 Stadt genannt, zugleich erfährt auch die Alte Mainbrücke – Symbol des Stadtwappens – erstmalige Erwähnung. Zwischen 1336 und 1406 geht Kitzingen von den Grafen von Hohenlohe an das Hochstift Würzburg über, wird von diesem 1443 an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach verpfändet. In der Reformationszeit wird die Stadt evangelisch. Drei Jahre später (1525) beteiligen sich zahlreiche Bürger am Bauernkrieg. Nach dessen Niederwerfung bestraft Markgraf Casimir 60 Aufständische mit Blendung und Stadtausweisung. 1629 wechselt die Stadt wieder zum Hochstift Würzburg. Die folgende Rekatholisierung zwingt über 1.000 evangelische Bürger zur Auswanderung. Erst 1650 wird den Protestanten Religionsfreiheit gewährt. Zu diesem Zeitpunkt existiert neben den beiden christlichen Konfessionen auch eine bedeutende jüdische Gemeinde, die bereits im 16. Jahrhundert eine Synagoge besaß.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollzieht sich der letzte Wandel in der Landesherrschaft: Das 3.696 Einwohner zählende Kitzingen wird 1814 endgültig eine bayerische Stadt. Der Weinhandel entwickelt sich zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Die Zahl der Weinhändler liegt 1906 bei fast 100. Auch der Gemüseanbau spielt eine große Rolle. Damals wie heute ist er auf die Vorstadt Etwashausen konzentriert. Der Anschluss Kitzingens an die Eisenbahn erfolgt 1865. Damit verbunden ist auch die Sprengung des mittelalterlichen Befestigungsgürtels, die Stadt vergrößert sich, Industriebetriebe siedeln an. Seit 1924 entwickelt sich im Osten ein neuer Stadtteil: die „Siedlung“. In der jüngsten Zeit sind neue Industrie- und Gewerbegebiete wie „Goldberg“, „Flugplatz“, „Schwarzacher Straße“ oder „Großlangheimer Straße“ außerhalb der Stadt entstanden.

 

Nachhaltige und tragische Folgen haben die politischen Ereignisse unter der Herrschaft der Nationalsozialisten. Mit den Deportationen nach Izbica und Theresienstadt 1942 nimmt die Geschichte der Juden in Kitzingen ein unwiderrufbares Ende. Die schwerste Schicksalsstunde erlebt Kitzingen am 23. Februar 1945.

Die Stadt wird durch amerikanische Bombenangriffe, die mehr als 700 Todesopfer fordern, schwer getroffen. Am 5. April 1945 wird die Stadt von amerikanischen Truppen eingenommen. Nach dem Abzug der US-Garnison 2006 muss über die Folgenutzung der ehemals militärisch genutzten Flächen entschieden werden.

Eine städtebauliche Rahmenplanung sieht u.a. vor, ein Gewerbe- und Industriegebiet zu entwickeln, ebenso Bereiche für Freizeit und Erholung. Heute zählt Kitzingen mit seinen eingemeindeten vier Ortsteilen mehr als 21.000 Einwohner.

Die Mainstadt ist nicht nur das größte Weinhandelszentrum im fränkischen Weinland, sondern auch Gewerbe-, Handels-, Kultur- und Schulzentrum des Landkreises. Kitzingen hat sich zu einer lebens- und liebenswerten, gastfreundlichen Stadt entwickelt und wird dies anlässlich der „kleinen“ Gartenschau „Natur in Kitzingen 2011“ wieder unter Beweis stellen.

                                                                                                  Doris Badel M. A.

                                                                                                  Leiterin Stadtarchiv

 

 

Die Stadt Kitzingen am Main, ist eine der ältesten Städte Unterfrankens. Die Entstehungsgeschichte der Stadt ist eng mit der Gründung eines Frauenklosters aus dem Jahr 745 verbunden. Um den Namen Kitzingen und die Klostergründung rankt sich eine Legende. Diese besagt, dass Hadeloga, die Tochter von Pippin des Kürzeren, vom Schwanberg ihren Schleier warf und die Abtei an der Stelle errichten ließ, wo der königliche Schäfer „Kitz“ ihn gefunden hatte. Zur Erinnerung steht die Hadelogasäule von Theophil Steinbrenner im Kreisverkehr gegenüber der Petrini Stadtkirche und der Schäferbrunnen von Richard Rother ist im Deusterpark zu finden.

 

748 wird das Bestehen des Klosters „Chitzzinga monasterium“ durch die Lebensbeschreibung des ersten Abtes von Fulda, Sturmius, belegt. Ein verheerender Brand suchte das Kloster im Jahre 1484 heim, so dass viele schriftliche Quellen der Stadtgeschichte verloren gingen. Aus den verbliebenen Quellen lassen sich folgende Erst nach diesem Zeitpunkt lässt sich die Geschichte ohne größere Lücken anhand von Dokumenten und Ratsprotokollen nachvollziehen. Das Stadtmuseum Kitzingen informiert über die Geschichte von Kitzingen.

Stadtansicht von Joseph Walthers, 1857 nach einem Kupferstich nach 1770
Ihr Ansprechpartner:
Doris Badel M.A.
Tel.: 09321/927062
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