STADTARCHIV

Bedeutung

Das Stadtarchiv Kitzingen ist wegen seiner archivarischen Bedeutung, dem Umfang und Erhaltungszustand seiner Bestände, aber auch auf Grund der wechselvollen Geschichte der Stadt selbst, nach Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg das viertwichtigste Kommunalarchiv im Regierungsbezirk.

Das Stadtarchiv ist das lebendige Gedächtnis der Stadt und die für jeden zugängliche Sammelstelle ihrer geschichtlichen Überlieferung. Es ist eine Stätte der Forschung, der historisch-politischen Bildungsarbeit sowie der Regional- und Heimatgeschichte. Hier werden alle schriftlichen Zeugnisse der Vergangenheit Kitzingens aufbewahrt, die unersetzliche Quellen für die Forschung und Gesetzgebung ebenso wie für die Verwaltung und die Bürger darstellen.

Der wichtigste Beitrag des Archivs zur Erhaltung der geschichtlichen und kulturellen Identität der Stadt Kitzingen ist die Sicherung, Bewertung, Erschließung und Zugänglichmachung dieser Unterlagen, bei denen es sich um Einzelstücke mit dem Charakter der Einmaligkeit handelt. Das Archiv ermöglicht somit die Erforschung und Interpretation der aus früheren Jahrhunderten erhalten gebliebenen Dokumente. Nur wer die Vergangenheit kennt, versteht auch die Zukunft! 

Bestände

Die Bestände des Stadtarchivs, die mittlerweile knapp 800 Regalmeter umfassen und sowohl im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) als auch im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) keine nennenswerten Verluste erlitten haben, beziehen sich nicht nur auf die Geschichte der Stadt Kitzingen selbst, sondern auch auf die des näheren Umlands.

Vor allem die umfangreichen Quellen über den Konfessionskonflikt nach Wiedereinlösung der an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach im Jahr 1443 verpfändeten Stadt und die folgende, durch das Hochstift Würzburg erzwungene Rekatholisierung Kitzingens im Jahr 1629 sind von erheblicher überregionaler Bedeutung. Ähnliches gilt für die zahlreichen Archivalien (Rechnungen, Belege, Protokolle) im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg oder für die dicken Bände, in denen die Kontributionszahlungen während der französischen Revolutionskriege und der napoleonischen Kriege akribisch aufgelistet sind.

Auch die Aus- und Einwanderungsakten sowie die fast 10.000 Bürgerrechtsakten aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert sind nicht nur für Kitzingen von höchster geschichtlicher Bedeutung, sondern auch für die zu- oder ausgewanderten Einwohner aus dem ganzen Landkreis. Diese Akten sind mittlerweile digital erfasst.

Ein weiterer Schatz wird im Stadtarchiv Kitzingen bewahrt: die seit 1525 – dem Bauernkrieg – bis auf wenige Ausnahmen lückenlos vorhandenen Ratsprotokolle. Diese sind umfangreich indexiert und geben über bestimmte Ereignisse oder auch Personen aus Kitzingen sowie den umliegenden Dörfern und Städten Auskunft. Ein Nachschlagewerk von außerordentlicher Güte, um das uns viele Archive beneiden.

In den Magazinräumen des Stadtarchivs lagern darüber hinaus weitere historisch bedeutsame Archivalien, zu denen in erster Linie die annähernd 600 Urkunden gehören, deren älteste aus dem 14. Jahrhundert stammt. Auch einige wertvolle Kaiserurkunden mit schönen und gut erhaltenen Siegeln sowie Urkunden der damaligen Stadtherren, den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, zählen dazu. Der Freiheitsbrief von König Friedrich III. (späterer Kaiser Friedrich III.) aus dem Jahr 1448 ist ein besonders schönes Beispiel für eine alte und sehr gut erhaltene Urkunde. In dieser Pergamenturkunde erlaubt der König dem Bürgermeister und Rat der Stadt Kitzingen den Bau einer Mainmühle außerhalb der Stadtmauern.

Des Weiteren besitzt das Stadtarchiv zahlreiche Amtsbücher, Bände und Protokollbücher, die teilweise bereits im 15. Jahrhundert beginnen. Darunter fallen - neben den bereits erwähnten Ratsprotokollen - Markungsbücher, Urbare, Gerichts- und Urteilsbücher, Kauf- und Kontraktenbücher, Einwohnerbücher, Vormundschaftsbücher, Geburtsbriefe, Heiratsverträge, Einkindschaftsverträge, Meisterbücher verschiedener Handwerke, Vierer- und Zehneramtsbücher, Schatzungs- und Steuerbücher, Landesherrliche Mandate, Gesetz- und Verordnungssammlungen, Tax-, Umlagen- und Gebührenregister, Kataster, Protokolle des Armenpflegschaftsrates, verschiedene Vereinsprotokollbücher sowie diverse Inventarverzeichnisse.

Die Akten des Stadtmagistrats Kitzingen, die sich vom beginnenden 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erstrecken, bilden den größten Bestand des Archivs. Weitere Aktenbestände sind: Bürgerrechtsakten, Schulakten und Landgerichtsakten. Eine interessante Sammlung alter Plakate, historischer Fotos, zahlreicher Baupläne aus der Wende zum 20. Jahrhundert sowie Gesetz- und Verordnungsblättern und nicht zuletzt auch der "Kitzinger Zeitung" rundet die umfangreichen Bestände des Stadtarchivs Kitzingen ab.

Seit dem Umzug des Archivs 2006 in den renovierten Kastenhof sind auch die Archivbestände der eingemeindeten neuen Stadtteile Hohenfeld, Sickershausen, Repperndorf und Hoheim in das Stadtarchiv integriert worden, sie befinden sich im ersten Stock. Darüber hinaus erfolgt jetzt auch nach und nach die Abgabe ausgesonderter Registraturakten aus dem Rathaus.

Ebenfalls im ersten Stockwerk werden die verschiedenen Rechnungen und Belegbände der Stadt Kitzingen und ihrer diversen Stiftungen und Kassen sowie die Bestände des Spitals Kitzingen, die sich über den Zeitraum vom 15. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erstrecken, aufbewahrt. Nach und nach werden hier auch die aus der städtischen Registratur ausgesonderten Akten eingelagert.

Mit der Digitalisierung der seit 1831 lückenlos vorhandenen Zeitungsbände der Kitzinger Zeitung hat das Stadtarchiv 2004 mit einer zukunftsweisenden Maßnahme begonnen. Auf DVD, in zwei unterschiedlichen Formaten gespeichert, liegen bis jetzt die Jahre 1900 bis 1955 vor. Die im Original erhaltenen Zeitungsbände sind wertvolle und unersetzbare Quellen für die regionale und überregionale Geschichte und werden auf Grund ihrer leichten Lesbarkeit sowie ihres vielseitigen Informationsgehalts von der Mehrzahl der Archivbenutzer zu Recherche- oder Nachschlagezwecken benutzt. Gerade deshalb ist es sehr wichtig, die Originalzeitungen zu sichern, zu erschließen und für die Nachwelt zu erhalten.

Bis zum heutigen Zeitpunkt sind nur vier Prozent der deutschen Kommunalarchive in der glücklichen Lage, die Lokalzeitungen für die Nachwelt durch Verfilmung oder Digitalisierung gesichert zu haben. Das Stadtarchiv Kitzingen wird in einigen Jahren zu diesen 4 Prozent gehören!

Kontakt

Betreut werden Sie im Stadtarchiv von Frau Doris Badel M.A.
Telefon: 0 93 21 / 92 70 62

eMail: doris.badel@stadt-kitzingen.de 

und Ihrer Mitarbeiterin Kornelia Metzger, Telefon 09321/929916; eMail: kornelia.metzger@stadt-kitzingen.de  Mo.-Do. vormittags.


Geöffnet ist das Stadtrachiv täglich von 9.00 bis 12.00 sowie Montag bis Donnerstag von 14.00 bis 16.00 Uhr.

Vor einem Besuch des Stadtarchivs ist eine telefonische oder schriftliche Anmeldung bei der Leiterin des Stadtarchivs Doris Badel M.A. unbedingt erforderlich. Schriftliche Anfragen werden unter Maßgabe der Gebührensatzung beantwortet.

Bei privater, familiengeschichtlicher, gewerblicher Recherche fallen Gebühren an: Bei Vorlage einer Archivalieneinheit €4, bei zwei €7, drei €9 und vier €10. Jede weitere Einheit wird mit €1 berechnet. Für Gutachten werden €15 pro 30 Minuten berechnet.

Ihr Ansprechpartner:
Doris Badel M.A.
Tel.: 09321/927062
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