Gründung des Klosters Kitzingen durch Hadeloga, der Sage nach eine
Tochter des karolingischen Hausmeiers Karl Martell. Sie wurde erste Äbtissin
des Klosters.
748
Zeitlich frühester Beweis für das Bestehen des Klosters Kitzingen
in der Lebensbeschreibung des ersten Fuldaer Abtes Sturmius: "apud
Kizinga monasterium".
1007
König Heinrich II. schenkt die Reichsabtei Kitzingen dem von ihm neu
gegründeten Bistum Bamberg und entzieht ihr dadurch die Reichsunmittelbarkeit.
1040
Erstmals ist in einer Urkunde König Heinrichs III. von einer "villa
Kitzingen" (Dorfsiedlung) in Nähe des Klosters die Rede, aus der
die spätere, von einer Mauer umgebene, städtische Siedlung entsteht.
1280
Kitzingen wird urkundlich "oppidum" (Marktflecken) genannt.
1300
In einer hohenlohischen Urkunde wird zum ersten Mal die Alte
Mainbrücke in der Stadt Kitzingen erwähnt.
1336 - 1381
Kitzingen geht aus der Hoheit der Grafen von Hohenlohe an das Hochstift
Würzburg über.
1344
Die Brüder Rüdiger und Wolfram Teufel, gebürtige Kitzinger,
und Konrad Groß, Schultheiß von Nürnberg, stiften ein Spital in Kitzingen
zur Beherbergung und Pflege von alten und kranken Menschen.
Kitzingen wird vom verschuldeten Hochstift Würzburg für 39.100 Gulden
an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach verpfändet, vorbehaltlich des
Rechts auf Wiedereinlösung.
1469 - 1496
Erbauung des Falterturms
als Teil der äußeren Befestigungsmauer. Der Turm hat eine Höhe von 52
Metern und beherbergt heute das 1967 eröffnete Deutsche Fastnachtmuseum.
1484
Schwerer Brand im Kloster. Einige der Klostergebäude sowie die Kirche
brennen fast vollständig nieder, wertvolle Archivalien werden für immer
vernichtet.
1525
Zahlreiche Kitzinger nehmen am Bauernaufstand teil. 60 von ihnen werden
nach dessen Niederschlagung von Markgraf Casimir mit Blendung und Stadtausweisung
bestraft. Die Stadt selbst muss 13.000 Gulden Strafe zahlen sowie die
zerstörten Klostergebäude und die Klosterkirche wieder instand setzen.
1530
Markgraf Georg der Fromme von Brandenburg unterzeichnet vor Kaiser
Karl V. auf dem Reichstag die so genannte "Augsburger Konfession"
und vollzieht somit den Anschluss Kitzingens an die Reformation.
1544
Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg hebt das Benediktinerinnenkloster
Kitzingen auf. Unter Leitung eines markgräflichen Beamten wird ein adeliges
Damenstift in den Gebäuden eingerichtet.
1561 - 1563
Erbauung des Rathauses
im Renaissance-Stil durch Baumeister Hans Eckart von Schaffhausen.
Kitzingen 1629 - 1883
1629
Fürstbischof Adolf von Ehrenberg bringt Kitzingen wieder in
den Besitz des Hochstifts Würzburg zurück. Die folgende Rekatholisierung
zwingt mehr als 1000 evangelische Bürger, darunter 20 Ratsherren, zur Auswanderung.
1631 - 1634
Kitzingen gerät nach der Besetzung Frankens durch König Gustav Adolf von
Schweden wieder kurzzeitig unter protestantische Herrschaft.
1650
In einem Gnadenerlass gewährt Fürstbischof Johann Philipp I. von Schönborn
den nach Ende des Dreißigjährigen Krieges zurückgekehrten evangelischen
Bürgern Glaubensfreiheit. Eine evangelische Gemeinde entsteht.
1652
Einweihung der Kapuzinerkirche. Das Kapuzinerkloster wird 1828 aufgelöst,
von 1831 bis 1902 dient es als Krankenhaus.
1686 - 1693
Bau des Ursulinenklosters auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerinnenklosters.
Den südlichen Abschluss bildet die nach Plänen von Antonio Petrini erbaute
und 1699 eingeweihte Klosterkirche. Im Jahre 1803 wird das Ursulinenkloster
aufgehoben, die evangelische Gemeinde erwirbt 1817 den Kirchenbau.
1741 - 1745
Erbauung der Kreuzkapelle
in Etwashausen durch Balthasar Neumann.
1748 - 1754
Bau der evangelischen St. Michaelskirche in Etwashausen nach Plänen Balthasar
Neumanns.
1792 - 1815
Während der französischen Revolutionskriege und der Napoleonischen Kriege
wird Kitzingen durch zahlreiche Einquartierungen und Truppendurchzüge schwer
in Mitleidenschaft gezogen
1802
Kitzingen kommt an das Kurfürstentum Bayern. Die Stadt zählt zu dieser
Zeit 3696 Einwohner.
1806 - 1814
Kitzingen gehört vorübergehend dem Großherzogtum Würzburg unter Ferdinand
von Toscana an und wird 1814 endgültig bayerisch.
1865
Anschluss an das Eisenbahnnetz (Nürnberg-Würzburg). Im Rahmen des Stadterweiterungsplanes
wird der Durchbruch der Stadtmauer zur Anlegung eines neuen Stadtteiles
(Mühlberg) im Südosten beschlossen.
1871
Eröffnung der Gewerbeschule, die 1924 nach Umwandlung in eine Realschule
(1877) mit dem seit 1894 bestehenden Progymnasium (heute Armin-Knab-Gymnasium)
vereinigt wird.
1882 - 1883
Bau der Synagoge
mit Ritualbad in der Landwehrstraße, religiöses und kulturelles Zentrum
für die mittlerweile 65 jüdischen Familien in Kitzingen.
Kitzingen im 20. Jahrhundert
1902
Eröffnung des neuen städtischen Krankenhauses am 9.
Oktober, heute Ärztehaus mit Brückenapotheke.
1903
Gründung der Höheren Töchterschule, das spätere Städtische
Gymnasium für Mädchen
Bau der Florian-Geyer-Halle. Kitzingen wird Garnisonstadt.
1938
Die neue Mainbrücke (seit 1968 Konrad-Adenauer-Brücke)
und die Umgehungsstraße (B 8) werden für den Verkehr freigegeben. Kitzingen
hat mittlerweile 14.460 Einwohner. Am 10. November 1938 wird die Synagoge
der jüdischen Kultusgemeinde in der Landwehrstraße in Brand gesteckt. Ende
1938 zählt Kitzingen nur noch 190 jüdische Einwohner, während ihre Zahl
1933 noch 360 betrug.
1942
Am 21. März werden 76 Juden aus Kitzingen nach Würzburg
verschleppt, von wo aus sie in das Konzentrationslager nach Izbica bei Lublin
deportiert werden; weitere 19 Juden werden am 21. September in das Ghetto
Theresienstadt verschickt. Nach dem Krieg kehrt kein früheres Gemeindemitglied
mehr nach Kitzingen zurück.
1945
Am 23. Februar wird die Stadt durch einen amerikanischen
Luftangriff, der 600 Todesopfer fordert, schwer getroffen, 800 Wohnhäuser
werden zerbombt; insgesamt sind 35% der Gebäude schwer beschädigt. Im Zweiten
Weltkrieg sterben 400 Soldaten aus Kitzingen.
1957 - 1958
Anlegung eines Hafengeländes bei der Staustufe.
1962
Das Staatliche Armin-Knab-Gymnasium und das Städtische
Gymnasium für Mädchen nehmen den Unterricht im neuen Schulzentrum im Mühlberg
auf.
1964
Anbindung Kitzingens an die Autobahn mit zwei Anschlußstellen.
1972
Kitzingen wird Große Kreisstadt. Vollendung des Realschulneubaus
im Mühlberg.
1973 - 1978
Hoheim wird am 1. Oktober 1973, Sickershausen am 1.
Januar 1975, Repperndorf am 1. Januar 1978 und Hohenfeld am 1. Mai 1978
eingemeindet.
1977
Das Sole-Hallenbad wird eröffnet.
1982
Umwandlung des Luitpoldbades (Volksbad) zum Luitpoldbau,
der die 1947 gegründete Volkshochschule und Stadtbücherei beherbergt.
1984
Die Stadt Kitzingen schließt mit der italienischen Stadt
Montevarchi und der südfranzösischen Stadt Prades Städtepartnerschaften.
Eröffnung des Kreiskrankenhauses im Muldenweggebiet.