Das Stadtarchiv Kitzingen
zählt mit seinen umfangreichen, wertvollen und sehr alten Beständen,
die sowohl im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) als auch
im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) keine nennenswerten Verluste erlitten
haben, zu den wichtigsten Kommunalarchiven in Unterfranken. In seinen
Magazinräumen befinden sich viele kostbare und historisch bedeutsame
Archivalien, zu denen in erster Linie die ca. 600 Urkunden gehören,
deren älteste aus dem 14. Jahrhundert stammt. Auch einige wertvolle
Kaiserurkunden mit schönen und gut erhaltenen Siegeln sowie
Urkunden der damaligen Stadtherren, den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach,
zählen dazu. Der Freiheitsbrief von König Friedrich III.
(späterer Kaiser Friedrich III.) aus dem Jahr 1448 ist ein
besonders schönes Beispiel für eine alte und sehr gut
erhaltene Urkunde. In dieser Pergamenturkunde
erlaubt der König dem Bürgermeister und Rat der Stadt
Kitzingen den Bau einer Mainmühle außerhalb der Stadtmauern.
Hauptbestand des Archivs sind jedoch die über
250 Regalmeter umfassenden Akten des Stadtmagistrats Kitzingen, die
sich über den Zeitraum vom beginnenden 19. Jahrhundert bis zur
Mitte des 20. Jahrhunderts erstrecken und mittels eines Findbuchs
sehr gut erschlosen sind. Zu den weiteren Aktenbeständen zählen
Bürgerrechtsakten, Schulakten und einige Landgerichts- und Bezirksamtsakten,
die bereits in einer Datenbank erfaßt sind, wodurch eine sehr
schnelle und detaillierte Recherche möglich ist.
Betreut werden Sie im Stadtarchiv von Frau Doris
Badel.
Telefon: 0 93 21 / 92 70 62
eMail: archiv@kitzingen.info
Des weiteren befinden sich im Stadtarchiv zahlreiche Amtsbücher,
Bände und Protokollbücher, deren Überlieferung
in einigen Fällen bereits im 15. Jahrhundert beginnt. In
diesem Zusammenhang müssen in erster Linie die fast lückenlos
seit dem Bauernkrieg 1525 vorhandenen Ratsprotokolle erwähnt
werden sowie die zahlreichen Markungsbücher, Urbare, Gerichts-
und Urteilsbücher, Kauf- und Kontraktenbücher, Einwohnerbücher
(Geburtsbriefe, Heiratsverträge, Einkindschaftsverträge,
Vormundschaftsbücher), Registrierbücher, Meisterbücher
verschiedener Handwerke, Vierer- und Zehneramtsbücher, Schatzungs-
und Steuerbücher, Landesherrliche Mandate, Gesetz- und Verordnungssammlungen,
Tax-, Umlagen- und Gebührenregister, Kassenbücher, Kataster,
Protokolle des Armenpflegschaftsrates, verschiedene Vereinsprotokollbücher
und Inventarverzeichnisse.
Auch die Archivalien der eingemeindeten neuen Stadtteile
Hohenfeld, Sickershausen, Repperndorf und Hoheim (ca. 50 Regalmeter),
die verschiedenen Rechnungen und Belegbände der Stadt Kitzingen
und ihrer diversen Stiftungen und Kassen sowie die Bestände des
Spitals Kitzingen, deren Überlieferung bereits im 15. Jahrhundert
beginnt, gehören zu den umfangreichen Beständen des Stadtarchivs
Kitzingen. Eine interessante Sammlung alter Plakate, historischer
Fotos, verschiedener Baupläne sowie Gesetz- und Verordnungsblättern
und nicht zuletzt auch der "Kitzinger Zeitung" (seit 1870)
rundet die umfangreichen Bestände des Stadtarchivs Kitzingen
ab.
Geöffnet ist das Stadtrachiv täglich von 9.00 bis
12.00 sowie Montag bis Donnerstag von 14.00 bis 16.00 Uhr.
Vor einem Besuch des Stadtarchivs ist eine telefonische oder schriftliche
Anmeldung bei der Leiterin des Stadtarchivs Doris Badel M.A. unbedingt
erforderlich. Schriftliche Anfragen werden unter Maßgabe
der Gebührensatzungbeantwortet.