
Nun ist es soweit, auch die Hexenhäuschen-Ausstellung, konzipiert vom Arbeitskreis für Volkskunde im Städtischen Museum Kitzingen, die in Volkach, Museum Barockscheune im November 2010 und in 4 Museen Kitzingens im Februar/März 2011 gezeigt wurde, ist Geschichte!
Was bleibt sind wunderbare Impressionen, die wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten wollen.
Im Folgenden zeigen wir Nachbetrachtungen und Bilder, wobei wir unser Programm als Anhang noch bis Ende des Jahres zur Einsichtnahme anbieten, zumal es sich um eine Ausstellung handelt, die gerne auch als Wanderausstellung angefordert werden kann!

Rückblick auf die Märchenlesung von
Anna Mebs
Die dunkle Tochter, die helle Tochter, die goldene Spindel und der wundersame Brunnen
Knapp ein Dutzend Erwachsene, darunter auch eine Großmutter mit Enkeltöchterchen, hatten sich im Foyer des Museums eingefunden.
Phantasievoll gekleidet, auf einem mit Rosen gemustertem Tuch drapierten Sessel las Frau Anna Mebs das altbekannte Märchen von der Frau Holle in einer frauenverwandelten Version "Die Königin, die goldene Spindel und der wundersame Brunnen".
Da war dann zu hören, wie beide Töchter der Königin - die Dunkle und die Helle - von ihrer Mutter eine Prüfung auferlegt bekamen.
Welche von den beiden würde im Besitz der goldenen Spindel von dem wundersamen Brunnen heimkehren und sich dadurch als die geeignete Nachfolgerin ihrer Mutter auf dem Königinnenthron erweisen.
Spannend, wie dann eine jede von ihnen auf eine ihr gemäße, eigene Art, dieselben Aufgaben meisterte. Bei Frau Holle erfüllten beide ein arbeitsreiches und doch lustvolles Jahr lang die ihnen gestellten bekannten Aufgaben. So wurden denn die beiden treuen Schwestern, die Sonnentochter und die Mondintochter, nach ihrer frohen Heimkehr von ihrer Mutter in die Königinnenwürde eingesetzt und sie lebten in großer Zufriedenheit und das Land gedieh wie niemals zuvor und niemals seitdem.
Fragen zu der veränderten Version rundeten die märchenhafte halbe Stunde ab und wurde ergänzt durch den Besuch der liebevoll zusammengestellten reichhaltigen und interessanten Ausstellung.
Turmhexen rütteln am Hexenhaus, Knusper Knusper Knäuschen..., zurück in Kitzingen!
Die Ausstellung wurde mit Erfolg vom 27. November 2010 bis 6. Januar 2011 in Volkach gezeigt. Sie kehrt nun an ihren Entstehungsort nach Kitzingen zurück, passend zur 5. Jahreszeit!
Nochmals werden die erfolgreichen Häuschen zu sehen sein, aber auch die weiteren Zusammenhänge vom Lebkuchen bis zur Bewohnerin des Häuschens werden thematisiert. Hierbei bleibt es nicht aus, dass sich ein bunter Reigen an vielfältigen Workshops, Vorträgen, Musicals, einer kleinen Oper und Themenführungen um das besondere Häuschen gruppieren. In Kitzingen wird es im Rahmen dieses Themas zu einer erstmaligen Kooperation aller vier Museen kommen, mit dabei ist zudem die Miniaturkunstbühne in der Grabkirchgasse. All dies hat für den Besucher einen Vorteil, das Kombiticket für den einmaligen Besuch der Sonderausstellung in allen vier Museen inklusive der Eröffnungsdarbietung des Papiertheaters kostet insgesamt nur 3.- €. Das ist eine gute Chance erheblich zu sparen und dabei alle Kitzinger Museen kennenzulernen!
Die Idee zum Ausstellungsthema stammt von Bezirksrätin Christine Bender. Ausstellungskonzept und Realisierung wurden vom Arbeitskreis für Volkskunde und Brauchtumspflege des Städtischen Museums Kitzingen erarbeitet: Lisa-Marie Schneider, Agnes Schneider, Thomas Schneider, Dr. Volker von Hoynigen-Huene, Stephan Schneidmadel, Inge Sinn, Sylvia Gaiser, Stephanie Nomayo M.A.

Eröffnungssoirée
im Städtischen Museum Kitzingen
Samstag, den 12. Februar 2011, 16.30 Uhr
Dr. Christiane Löffler, Vortrag:
Hexen- und Zauberpflanzen
Burkard Lutz, Bernd Wille u.v.a,
Musikalische Ohrwürmer aus der Oper Hänsel und Gretel
Einführung ins Thema: Stephanie Nomayo
im Anschluß:

Helga Kelber, Gabriele Brunsch
Märchenoper Hänsel und Gretel
Miniatur-Kunst-Bühne in der Grabkirchgasse, Kitzingen
Samstag 12. Februar 2011, 19.00 Uhr (im Anschluss an die Soirée)
Frei nach der berühmten deutschen Kinderoper von Engelbert Humperdinck - als Singspiel für kleine und große Menschen.
Eintritt im Rahmen der Soirée frei!
→ Weitere Vorstellungen im Rahmen der Museumstage finden Sie im Programm der Miniatur-Kunst-Bühne...

Hänsel und Gretel
Märchenträume mit Kinder- und Wiegenliedern
Singspiel im Theaterkeller des Deutschen Fastnachtmuseums, Rosenstraße 10
Sonntag 13. Februar 2011, 17.00 Uhr - Einlass 16.30
Unter Mitwirkung von Sängern und Sängerinnen: Birgit Hermanns, Nicole Winterstein, Dr. Bernd Wille, dem Pianisten Burkard Lutz und der Vorleserin Karin Böhm, sowie einer bunten auf dem Besen reitenden Hexenschar
Die ganze Veranstaltung hat ein pädagogisches Anliegen. Im Gegensatz zur Fassung der Brüder Grimm zeigt die Fassung von Ludwig Bechstein (1857), die der Oper zugrunde liegt, Menschen mit Gefühlen, Ängsten und Sehnsüchten. Genau dieses Gefühlsspektrum soll in dem kleinen Singspiel transportiert werden. Alle Generationen sind angesprochen und herzlich eingeladen. Im Anschluss an das Singspiel findet ein Generationen übergreifender kleiner Workshopp statt, bei dem das Publikum (Kinder, Eltern Grßeltern) unter Assistenz der Musiker zusammen Wiegen bzw. Kinderlieder für jede Stimmlage singen.
Eintritt 7.50 € für Kinder frei!


Robert Endres
Magische Vögel - Weisheitsboten und Unheilsbringer
Themenführung im Vogelkundlichen Museum im Deusterturm
Sonntag, 13. Februar 2011, 19.30 (nach Singspiel im Theaterkeller Fastnachtmuseum)
Robert Endres erzählt mythische und magische Geschichten von Vögeln als Glücksbringern und Unheilsboten. Eine spannende Sache für Jung und Alt, mit herrlichem nächtlichen Blick auf die Stadt Kitzingen.
Der Eintritt ist frei!

Stefanie Glaschke,
Was machen eigentlich moderne weiße Hexen?
Grundlagen der Arbeit mit Naturenergien - Workshop im Städtischen Museum Kitzingen
Samstag, 19. Februar - 10.00 bis 16.00 Uhr
Eintritt: 15.-€

Stefanie Glaschke,
Das Heilwissen, das Seelenwissen und das Liebeswissen der weisen Frauen
Autorinnenlesung im Städtischen Museum Kitzingen
Samstag, 19. Februar - 17.00 bis 18.30 Uhr
Eintritt: 15.-€

Dr. Volker von Hoyningen-Huene
Die Entwicklung des Hexenbildes - Hintergrund, Etymologie, Aberglaube
Vortrag im Städtischen Museum Kitzingen
Sonntag 20. Februar 2011, 15.00 - 16.00 Uhr
Die europäische Kirche und Gesellschaft waren nicht immer so begierig, Hexen zu jagen und diese für schlechte Ereignisse verantwortlich zu machen. Der hl. Bonifatius erklärte im 8. Jahrhundert, dass der Glaube an Hexen unchristlich sei. Kaiser Karl der Große dekretierte, dass das Verbrennen vermuteter Hexen ein heidnischer Brauch sei und mit dem Tod bestraft werde. Im Jahre 820 wiesen der Bischof von Lyon und andere den Glauben zurück, dass Hexen schlechtes Wetter machen, bei Nacht fliegen und ihre Gestalt ändern könnten. Dieser Glaube wurde in das kanonische Recht aufgenommen und erst Jahrhunderte später aufgegeben, als die Hexenverfolgungen zunahmen. In der Tat waren die Autoren des Malleus Maleficarum (Hexenhammer) gezwungen, eine Reinterpretation des kanonischen Rechts zu fordern, um ihren Glauben, Hexerei sei real und finde statt, mit dem Kanon in Übereinstimmung zu bringen..
Eintritt frei!

Walter Poganietz
Kitzinger Lebküchnerei -
eine alte Tradition
Themenführung im Kitzinger Konditoreimuseum
Samstag, 26. Februar 2011, 15.00
Walter Poganietz referiert über die seit Generationen im Besitz seiner Familie befindliche Kitzinger Lebküchnerei (heutige Konditorei am Markt) aus dem Jahr 1722, sowie über die Geschichte der Herstellung und Kultur des Lebkuchens. Auch die Vorstellung historischer Kitzinger Lebkuchenformen, die in diesem traditionsreichen Gebäude vor einigen Jahren auf dem Dachboden entdeckt wurden, ist vorgesehen. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit dem Museumsleiter in den Räumen des im Hause sich befindenden Cafe Rösner.
Der Eintritt ist frei!

Hans Driesel, Ingrid Klier, Claudia Müller
Hexen-Litera-Tour
Hexen - Geschichte und Geschichten
Theaterkeller des Deutschen Fastnachtsmuseums, Rosenstraße 10
Samstag, 12. März 2011, 20.00 Uhr - Einlass 19.30
Hans Driesel, Ingrid Klier Claudia Müller und Wolfgang Klopf (Hans Sachs Gruppe Schweinfurt - Kleinkunstbühne Schrotturmkeller) spielen, tanzen und rezitieren zum Thema. Ein nicht immer erster Abend zu einem ernsten Thema.
Eintritt: 10.- € pro Per

Anna Mebs
Die dunkle Tochter, die helle Tochter, die goldene Spindel
und der wundersame Brunnen
Märchenlesung im Städtischen Museum Kitzingen
Samstag 19. März 2011, 15.00 Uhr
Eintritt frei!

M zu-
A hören
R nach-
I denken
A er-
R kennen,
E mit-
N fühlen,
A ein-
T se-
A hen
Maria Renata steht allein für Viele vor ihr. Sie war die letzte Frau aus Franken, Deutschland und Europa, die auf dem Scheiterhaufen stand, 1749 als Hexe denunziert, verurteilt und verbrannt.
Szenische Lesung im Historischen Theaterkeller des Deutschen Fastnachtsmuseums, Kitzingen von, aus und mit dem Autor Hilarius Fanton aus seinem Buch "Maria Renata"
(erschienen als Passionsspiel zur 1250 Jahrfeier der Marktgemeinde Höchberg, Höchberg 1998, illustriert von S. Nomayo)
Freitag 25. März 2011, 20.00 Uhr im Theaterkeller des Deutschen Fastnachtsmuseums, Rosenstraße 10
Beteiligt sind der Autor Hilarius Fanton, Dr. Bernd Wille, Karin Böhm u.v.a.
Eintritt: 10.-€
Hilarius Fanton
Maria Renata
Vortrag und Nachbetrachtung zum Thema im Städtischen Museum Kitzingen
Samstag, 26. März 2011, 15.00 Uhr
Eintritt frei!
Ich danke meinen Kitzinger Museumsleiterkollegen Hans Driesel, Walter Poganietz und Robert Endres, für die hervorragende Kooperation! Im Fasching wird natürlich neben dem Hexenhaus die Hexe selbst noch etwas mehr in Erscheinung treten. Unheilsdrohende Rezitative skandierend, wird ein Hexenchor um Karin Böhm in der Stadt sein Unwesen treiben... Nichts wird mehr sicher sein vor dem Spuk der Kitzinger Turmhexen!
Aber auch historische Hintergründe des Hexenwahns werden in Vorträgen und in der Ausstellung beleuchtet werden, - das Ganze gipfelt in der szenischen Lesung aus dem Passionsspiel Maria Renata von Hilarius Fanton.
Stephanie Nomayo M.A.
→ Projektseite: Wanderausstellung Hexenhäuschen 2010 Volkach
