Kitzingen im Schicksalsjahr 1945

von Bernd Moser

„Von fünfundzwanzig Einwohnern des Hauses fielen sieben Frauen und dreizehn Kinder, nur fünf konnten gerettet werden. So endete ein glückliches Haus in Schutt und Asche“.

Mit diesen Worten schloss der Bericht eines jungen Zeitzeugen, der den sieben Stunden währenden, qualvollen Todeskampf der Bewohner und das Sterben seiner Mutter und seiner kleinen Schwester unter den Trümmern des zerstörten Hauses miterleben musste. Seine Schwester Elke war etwa so alt wie Ria, das Mädchen auf einem der Bilder der Dokumentation (siehe unten) - er gehörte zu den fünf Überlebenden.

Auch Jahrzehnte nach dem 23. Februar 1945 müssen wir uns an den unheilvollsten Tag in der Kitzinger Geschichte erinnern. Wir müssen uns daran erinnern, um uns bewusst zu machen, dass er nicht das Ergebnis unglücklicher oder gar tragischer Umstände war. Er war das Ergebnis eines Krieges, der durch Menschen vorbereitet, begonnen und von Menschen gegen Menschen geführt wurde.

Innerhalb von rund 90 Minuten wurde Kitzingen in Schutt und Asche gelegt. 800 Wohnhäuser wurden zerstört, 2020 Wohnungen, die Kanalisation, sowie die Gas- und Kabelanlagen der Stadt.

Mehr als 700 Tote waren zu beklagen, 5 % der damaligen Bevölkerung unserer Stadt – unter ihnen auch Ria und Elke. Gleichzeitig starben in diesen 90 Minuten weitere 1566 Menschen durch den Krieg. Die Erinnerung und das Mitgefühl für die Opfer müssen ihren Platz bei den Bürgerinnen und Bürgern haben und vor allem bei den Menschen finden, die Verantwortung tragen und politische Entscheidungen treffen.

Kriege entstehen nicht spontan, sie brechen nicht nach Art einer Naturkatastrophe einfach aus, sondern sie werden gemacht. Sie sind das Ergebnis falscher Entscheidungen in der Vergangenheit und von Versäumnissen in der Gegenwart.
Die sogenannte „ultima ratio“ ist ein Euphemismus und eine Offenbarung für das Versagen der Menschen, die politische Verantwortung trugen und tragen.

„Wenn Du Frieden willst, bereite den Frieden vor; wer Krieg vorbereitet, wird den Krieg bekommen.“

Diese Worte eines engagierten Befürworters des Friedens sollten wir auch als ständige Herausforderung an uns selbst annehmen.

Wir sind es den Opfern und den Überlebenden des 23. Februar 1945 - und wir sind es unseren Kindern schuldig.


Bernd Moser
Alt-Oberbürgermeister


Bilddokumentation Kitzingen im Schicksalsjahr 1945

Der Luftangriff auf Kitzingen

von Doris Badel


23. Februar 1945

Der 23. Februar 1945 begann trotz des sonnigen und frühlingshaft warmen Wetters unheilverkündend. Bereits um 7 Uhr morgens läuteten die Sirenen Voralarm, weil Aufklärer über dem Gau Mainfranken gesichtet wurden, die kurze Zeit danach über der Stadt kreisten. Fliegeralarm wurde in der Zeit von 10.05 bis 14.20 Uhr gegeben. In den frühen Vormittagsstunden waren die Bomberverbände der 1., 2. und 3. Division der 8. US-Luftflotte im Südosten Englands mit insgesamt 1.252 Maschinen von mehreren Basen gestartet. Ihre Primärziele waren Bahnhöfe im Oberfränkischen sowie in der Gegend um Eger und Plauen. Dort herrschte jedoch schlechte Sicht, so dass ein schneller Abwurf nur über Kitzingen, Lichtenfels, Schweinfurt, Meiningen, Hildburghausen und Crailsheim erfolgen konnte.


1. Angriff

Genau um 11.34 Uhr setzte Oberst Warren die erste Markierung, die wie ein weißer Streifen nördlich der Neuen Mainbrücke zielgenau in Richtung Bahnhof im südlichen Stadtteil verlief. Der Tod kam dann Schlag auf Schlag. Als die 37 Piloten der 96 Bombergruppe das Zeichen erkannten, ließen sie ihre insgesamt 444 Sprengbomben aus zirka 4,5 km Höhe ausklinken. Die Gleisanlagen und das Bahnhofsgelände wurden schwer getroffen und eines der schönsten Wohnhäuser Kitzingens, die Villa des Fabrikanten Paul Arauner in der Moltkestraße 19, zu einem Drittel zerstört. Die Bismarck- und Schmiedelstraße hatten ebenso Volltreffen erhalten wie die als Lazarett eingerichtete Oberschule für Jungen im Rosengarten.Von diesem Zeitpunkt an herrschte Chaos auf Kitzingens Straßen. Die Menschen rannten in wilder Flucht in die nach Lichtausfall dunklen Keller, ohne Gepäck oder Mantel, und hofften auf ein Ende der Detonationen. Diese gingen jedoch weiter.


2. Angriff

Die erste Welle des Angriffs war vorbei. Ehe man in den notdürftigen Luftschutzkellern in der Stadt - zumeist waren die Menschen in Weinkeller geflüchtet, die den Sprengungen jedoch nicht standhielten - zur Besinnung kommen konnte, rollte am Himmel schon die zweite Vernichtungswelle heran. In 4.230 bis 3.735 Metern Höhe näherten sich in drei Staffeln insgesamt 36 Maschinen der 490. Bombergruppe. Diese entluden ihre tödlichen 432 Sprengbomben in der Zeit von 11.40 Uhr bis 11.42 Uhr über die Bahnhofsanlagen sowie die Bahnhofs- und Güterhallstraße.


3. Angriff

Sechs Minuten später erfolgte dann die dritte Angriffswelle: Die 493. Bombergruppe warf innerhalb von zwei Minuten aus 16 Flugzeugen 192 Sprengbomben ab. Diese trafen vor allem das Gebiet um die Sulzfelder Unterführung schwer. Nun blieb eine gute Dreiviertelstunde Pause, in der wohl jeder schon gehofft hatte, das Inferno sei vorbei. Als sich die ersten Mutigen wieder aus den Luftschutzkellern wagten, bot sich ihnen ein fürchterlicher Anblick. Das Ausmaß der Katastrophe übertraf alle Befürchtungen. Die Pfirschinger Mineralwerke in der Mainstraße 18 waren getroffen. Die Gegend um die Nürnberger Eisenbahnbrücke glich einer zerfurchten Kraterlandschaft, viele Häuser in der Inneren Sulzfelder Straße, darunter die 1. bayerische Kunstwabenfabrik von Martin Englert, waren zerstört, während die übrige Stadt und der Stadtteil Etwashausen bis dahin noch dem Chaos entgangen waren. Es blieb jedoch nicht viel Zeit für Hilfs- und Rettungsmaßnahmen.


4. Angriff

Kaum war die erste Bombenlast in drei kurz aufeinanderfolgenden Wellen abgeworfen, näherte sich nach einer Pause von ungefähr 50 Minuten um 12.37 Uhr aus östlicher Richtung bereits die vierte Welle mit weiteren 37 Flugzeugen der 303. Bombergruppe, die Kurs über den Stadtpark in Richtung Brauerei Scheuernstuhl nahmen und innerhalb von zwei Minuten 446 Sprengbomben abwarfen. Die Einwohner, die nicht mehr rechtzeitig in die Luftschutzkeller gelangen konnten, suchten Schutz im Freien, was ihnen zum Verhängnis werden sollte. Das Werk II der Fassfabrik von Andreas Klein in der Wörthstraße, der Bahnhof und die Bahnhofsanlagen, wo gerade die weithin in der Sonne glänzenden Flakgeschütze verladen wurden, sowie die Bahnhof- und Güterhallstraße wurden von einer Unzahl von Sprengbomben überschüttet, die eine verheerende Wirkung hatten. Eisenbahnwagen, Kesselwagen und sonstige Fahrzeuge wurden nach Augenzeugenberichten so hoch wie der Falterturm in die Luft geschleudert! Nach dieser Welle trat eine kurze Pause von neun Minuten ein, in der wieder versucht wurde, den Verletzten notdürftig zu helfen. Aber die nächste Angriffswelle war bereits im Anflug.


5. Angriff

Dieser fünfte und letzte Angriff, der von 48 Flugzeugen der 92. und der 398. Bombergruppe in drei Geschwadern durchgeführt wurde, hatte vor allem das nördlich gelegene Stadtviertel bis zur Bahnhofstraße als Ziel und vollendete das Werk der Vernichtung. Da die Flugzeuge in größerem Abstand flogen, verteilten sich die 586 abgeworfenen Sprengbomben jedoch auf das gesamte Stadtgebiet und legten vor allem den Krainberg fast völlig in Schutt und Asche. Schwere Zerstörungen wurden am Wasserleitungshochbehälter, am Deuster-Schloss, am nördlichen und westlichen Hindenburgring, am Grabenschütt, Krainberg und Neuen Weg, in der Alten Poststraße sowie Oberen und Unteren Bachgasse, in der Linden-, Falter-, Herrn- und Bahnhofstraße (damals Adolf-Hitler-Straße), der Inneren Sulzfelder Straße (damals Daniel-Sauer-Straße) und am Friedhof angerichtet. Die Flakkasernen, denen wohl, wie ursprünglich vermutet, ebenso wie dem Bahnhof der Angriff hauptsächlich gegolten hatte, waren verhältnismäßig wenig getroffen worden. Ungefähr gegen 12.45 Uhr war dieser fünfte Angriff vorbei. Demnach dauerte die Zerstörung der Stadt Kitzingen nicht mehr als 1 Stunde und 15 Minuten! Bei den wellenartigen Angriffen wurden von 174 amerikanischen Bombern innerhalb von insgesamt nur acht Minuten über 2.100 schwere Sprengbomben von 500 Pfund Gewicht (ca. 227 Kilogramm) abgeworfen. Eine enorme Zahl angesichts der Größe der Stadt Kitzingen!


Warum Kitzingen?

Über den Grund für den Angriff auf Kitzingen wurde viel spekuliert. Zuerst vermutete man, dass er dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, gegolten hätte, der sich angeblich in den Kitzinger Flakkasernen aufgehalten haben soll; dieses Gerücht entsprach jedoch nicht der Tatsache! Dann meinte man, die Verlegung der Luftkriegsschule und die Verladung der Flakgeschütze im Bahnhofsbereich seien die Angriffsursache gewesen. Aus den nun vorliegenden Unterlagen der amerikanischen Luftwaffe lässt sich jedoch der wahre Grund für das zweitägige Unternehmen "Clarion" vom 22./23. Februar 1945 erkennen. Demzufolge hatten die Angriffe nur ein Ziel: die Zerstörung der Verkehrswege. Kitzingen war bereits am Donnerstag, dem 22.02.1945, als Primärziel ausgesucht worden und sollte von 38 Flugzeugen bombardiert werden. Aber aus unbekannten Gründen fand der Verband das Ziel nicht. In den Kampfberichten vom 23. Februar galt Kitzingen dann für alle Einheiten als "Target of Opportunity", d.h. als Gelegenheitsziel. Das für diesen Tag festgelegte Primärziel befand sich im oberfränkischen Raum sowie um Eger und Plauen. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse konnte das Primärziel jedoch nicht bombardiert werden, so dass 174 Flugzeuge der 8. amerikanischen Luftflotte als Ersatz das "Gelegenheitsziel" Kitzingen mit seinen deutlich sichtbaren Eisenbahnanlagen und Brücken der wichtigen Verbindungslinie Frankfurt-Nürnberg mit 2.100 Sprengbomben angriffen. Mit diesem Schicksal stand Kitzingen nicht allein, denn in den Februartagen des Jahres 1945 wurden sehr viele kleinere Städte, die an Eisenbahnlinien oder Verkehrsbrücken lagen, als Gelegenheitsziele ausgesucht!


Grad der Zerstörung

Kaum ein Haus in Kitzingen war unbeschädigt geblieben. Etwa 800 Wohnhäuser mit 2.000 Wohnungen waren zerstört, das entspricht zirka 35%! Ganze Häuserreihen waren verschwunden, die bekannte Umgebung war nicht mehr wiederzuerkennen. Neben den Gebäuden in der weiteren Umgebung des Bahnhofs (der Bahnhof selbst war zu zwei Dritteln zerbombt), wurden besonders die Häuser im Gebiet Krainberg und Würzburger Straße fast völlig zerstört. Der Wiederaufbau zog sich über eineinhalb Jahrzehnte hinweg. Vor allem der Krainberg, ältester und sehr verwinkelter Stadtteil Kitzingens, bot ein Bild des Grauens. Ganze Familien wurden ausgelöscht. In der "Reinlein'schen Scheuer" hatten über 40 Personen, darunter zahlreiche Kinder, Unterschlupf gesucht, da die in den Häusern befindlichen Keller ungenügenden Schutz boten. Statt der erhofften Rettung fanden diese Unglücklichen jedoch den Tod. Alles war bedeckt von grauweißem Kalkstaub, an vielen Stellen loderten Flammen empor, Brandwolken verdunkelten langsam den Himmel. Auf den Straßen lagen tote Kinder, Erwachsene und Tiere. Die Menschen waren auf der Flucht zum Luftschutzkeller durch den hohen Luftdruck an die Wände der Häuser geschleudert worden. Aus allen Richtungen drangen angsterfüllte Hilferufe der Verschütteten und Verletzten.


Industrieanlagen, öffentliche Gebäude

Die drei größeren Kitzinger Industrieanlagen, die Fassfabrik Andreas Klein Werk II in der Wörthstraße, die Pfirschinger Mineralwerke in der Mainstraße (heute Glauberstraße) und das Brauhaus Kitzingen in der Bahnhofstraße, waren zu über 70% zerstört. Besonders schwer waren auch die Verluste der Kitzinger Weinhandlungen (vor allem der Bocksbeutelweinvertreib in der Alten Poststraße, Bernhard Völker in der Güterhallstraße sowie Joseph Munk und Eduard Lotz in der Bahnhofstraße), deren Keller durch Bomben stark beschädigt waren. Von den öffentlichen Gebäuden, den Schulen und Kirchen sind sieben Einrichtungen total zerstört worden (darunter die Evangelische Volksschule im Schulhof 1, die Staatliche Oberschule für Jungen im Rosengarten am Hindenburgring-Süd, das Katholische Schwesternheim in der Schrannenstraße), weitere sechs Gebäude sind mittelschwer und 17 nur leicht beschädigt worden. Bekannte Gastwirtschaften wie der „Gasthof zum Greifen“ oder das in der Falterstraße gelegene „Hadla-Cafe´“ waren dem Erdboden fast gleich gemacht. Das Gebäude des ehemals besten Hotels am Platz, dem „Roten Roß“ in der Ritterstraße, in dem sich seit 1936 die Hauptverwaltung der Firma Gauer befand, wurde ebenfalls stark getroffen. Verwüstet wurden darüber hinaus auch die Keller sowie die Kanalisations-, Kabel- und Gasanlagen.


Denkmäler und Brücken

Außer den Wohnhäusern haben auch historische Denkmäler Zerstörungen erlitten, wie das Deuster-Schloss, die Kapelle des Pfründespitals oder der Kirchenbau der Evangelischen Stadtpfarrkirche, besonders bekannt durch die Barockfassade von Antonio Petrini. Das Hauptgewölbe, das Innere der Kirche und die Treppe am südlichen Teil wiesen schwere Zerstörungen auf. Auch die Falterstraße und die Herrnstraße mit ihren schönen alten Fachwerkhäusern waren nicht mehr wiederzuerkennen. Überhaupt hat das historische Stadtbild Kitzingens schwer unter diesen Angriffen gelitten und so manches kunsthistorische Kleinod ist für immer zerstört worden. Bemerkenswerterweise blieben von den vier Kitzinger Mainbrücken drei unversehrt. Dies war jedoch weder Glück noch Zufall, denn die Amerikaner wollten die heranrückenden eigenen Panzerverbände in ihrem Vorstoß nicht behindern. Lediglich die für die Wehrmachttransporte wichtige Nürnberger Eisenbahnbrücke im Süden der Stadt war schwer getroffen, aber nicht zerstört worden.


Angriff auf den Fliegerhorst

Am 22. März 1945 durchlebten die Kitzinger noch einmal die Schrecken des 23. Februar, denn an diesem wieder sehr frühlingshaft warmen Donnerstag, gegen 13.30 Uhr, flogen amerikanische Verbände einen Angriff in acht bis neun Wellen gegen den Fliegerhorst. Der Schaden im Fliegerhorst war recht beträchtlich, aber die Stadt Kitzingen selbst und der Stadtteil Etwashausen blieben verschont. [Haus Nr. 9 in der Skagerrak Straße in der Siedlung wurde an der Ecke beschädigt.] Diesen Angriff erlebten die meisten Kitzinger in den Felsenkellern oder im Freien und in den Hohlwegen der Umgebung, da niemand sein Leben nochmals in den unsicheren Kellern der Häuser in der Stadt aufs Spiel setzen wollte. Besonders stark frequentiert war der nahe gelegene Stadtwald in Nähe des Fliegerhorstes selbst.


Die Front rückt näher

Kurz nach der Bombardierung des Fliegerhorstes war der Volkssturm zur Verteidigung Kitzingens mobilisiert worden, der ab dem 26. März mit der Anbringung von Panzersperren an den Ortseingängen begann. In diesen Tagen trafen auch die ersten deutschen Infanteristen ein, die sich vor den heranrückenden Amerikanern zurückzogen. Da die Front bereits in unmittelbarer Nähe war, hatte sich auch die Fliegertätigkeit verstärkt. Die Luftalarme hatten ebenfalls zugenommen, so dass von einem geregelten Leben nicht mehr die Rede sein konnte. Allen Kitzingern sollten vor allem der Karsamstag und Ostersonntag (31. März/1. April) lebhaft in Erinnerung bleiben. An diesen beiden Tagen gab es von früh bis abends Alarm und nahezu ununterbrochen flogen Tiefflieger und Aufklärer so niedrig, dass man die Besatzung zu erkennen glaubte. Ständiger Bordwaffenbeschuss, das Rattern der Maschinengewehre und die Detonationen der längs der Bahnlinie abgeworfenen Bomben hielten die Menschen die ganze Zeit in Atem. Jene Tage waren vom bangen Warten und Hoffen auf Erlösung aus dieser ungewissen Situation durch den Einmarsch der Amerikaner bestimmt. Nur wenige verließen damals die Stadt, darunter fast ausschließlich Parteigrößen oder Nationalsozialisten, die die Rache der Bevölkerung zu befürchten hatten. Dem damaligen Bürgermeister Siegfried Wilke und dem Fabrikanten Dr. Arauner war es schließlich zu verdanken, dass eine der letzten deutschen Truppen, die "Kampftruppe Moritz", Kitzingen kampflos räumte und der Volkssturm aufgelöst wurde. Nicht verhindert werden konnte jedoch die bereits verfügte Anordnung zur Sprengung der vier Kitzinger Brücken am 4. April, wodurch die 1892 fertiggestellte Gerolzhöfer und die Nürnberger Eisenbahnbrücke zerstört wurden. Bei den beiden Straßenbrücken (Alte Mainbrücke und Konrad-Adenauer-Brücke) hatte die Sprengung nicht so verheerende Folgen. Zwar wiesen sie danach mächtige Löcher und gefährliche Lücken auf, doch war an keiner Stelle die Verbindung mit dem anderen Ufer ganz unterbrochen. Diese Sprengungen sollten schließlich die letzte militärische Maßnahme der Nationalsozialisten sein. Nach diesem Zeitpunkt konnte von einer Verteidigung Kitzingens keine Rede mehr sein.


Amerikaner besetzen die Stadt

Am 5. April 1945 besetzten amerikanische Truppen Kitzingen. Die Übergabe der Stadt vollzog sich ohne Schwierigkeiten, überall wehten weiße Fahnen als Zeichen der friedvollen Kapitulation. Kurze Zeit nach der Besetzung Kitzingens wurde am 8. April 1945 eine Militärregierung unter Gouverneur Captain Storm eingesetzt, die die Verwaltung der Stadt zunächst in vollem Umfang übernahm und in der Schrannenstraße im Prellerhaus (Hausnummer 21) residierte. Sie verkündete durch Maueranschlag die in Zukunft geltenden Bestimmungen, insbesondere die einstweiligen Anordnungen der Besatzungstruppe, später auch die Kontrollratsgesetze und die Befehle der amerikanischen Militärregierung für Bayern.


Doris Badel M.A.
Leiterin des Stadtarchivs

 

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